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Ingenieurinnen bleiben Mangelware
14.09.09 | Ingenieurinnen bleiben Mangelware

Nur sieben Prozent der Ingenieurinnen sind der Meinung, dass sich Beruf und Familie gut vereinbaren lassen. Dies zeigt eine aktuelle VDI-Umfrage unter 500 Ingenieurinnen. "Wir müssen Frauen aktiv darin unterstützen, sich in dieser männerdominierten Branche durchzusetzen. Noch immer treffen Frauen bereits bei der Entscheidung für einen technischen Beruf auf Vorurteile und Widerstände. Diese müssen überwunden werden. Denn nach unseren Erfahrungen stellen Ingenieurinnen ihre hohe Kompetenz und ihr Engagement jeden Tag unter Beweis", sagt Michael Dick, Mitglied des VDI-Präsidiums und Technikvorstand bei Audi, am Rande des europäischen Ingenieurinnen-Kongresses in Düsseldorf. "Die Ingenieurinnenquote liegt in Deutschland bei nur 11 Prozent - in anderen europäischen Ländern wie Schweden oder Bulgarien bei über 25 Prozent. Hier haben wir in Deutschland noch viel Potenzial, das wir ausschöpfen müssen, um auch in der Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben", betont Dick.

Nachholbedarf gibt es beispielsweise bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das zeigen die Ergebnisse der Umfrage, die der VDI im Vorfeld der "1st European Conference on Gender an Diversity in Engineering and Science" durchführte. Über die Hälfte der befragten Ingenieurinnen wünscht sich Kinderbetreuungsangebote von ihrem Arbeitgeber. Doch lediglich ein Viertel bietet diese an. 75 Prozent der befragten Frauen geben an, dass ein Mentor das berufliche Weiterkommen positiv beeinflusst, nur ein Viertel kann jedoch auf diese wertvolle Unterstützung in ihrem Unternehmen zurückgreifen. "Künftig mehr Frauen für technische Berufe zu begeistern, bedeutet einen Kulturwandel, den Gesellschaft und Unternehmen nur gemeinsam meistern können", so Dick. "In modernen Unternehmen werden die Voraussetzungen geschaffen, dass sich Beruf und Familie bestmöglich vereinbaren lassen. Bei Audi reicht das Angebot von flexiblen Freistellungsmöglichkeiten nach dem Mutterschutz über familienfreundliche Arbeitszeitmodelle und Sabbaticals bis hin zur Unterstützung bei der Kinderbetreuung."

Gerade der frühe Kontakt mit den Zielgruppen ist wichtig, um falschen Vorstellungen von einem Ingenieurstudium und -beruf entgegen zu wirken. Dies bestätigt auch das jüngst erschienene VDI/acatech-Nachwuchsbarometer Technikwissenschaften: Vielen Mädchen fehle das Selbstvertrauen bei technischen Fragestellungen und berufstätige Ingenieurinnen erfahren gegenüber ihren männlichen Kollegen tatsächlich Benachteiligungen. "Unsere Aufgabe ist es, Ingenieurinnen stärker als Vorbilder für Schülerinnen und Studentinnen auftreten zu lassen beispielsweise im Rahmen des Projektes ´MINT Role Models´", sagt Dick.

Vorbilder schaffen

Ziel von "MINT Role Models" ist es, junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge zu begeistern sowie Hochschulabsolventinnen für Ingenieurkarrieren in Wirtschaft und Wissenschaft zu gewinnen. Ingenieurinnen sollen jungen Frauen Mut machen, einen Beruf in den technisch-wissenschaftlichen Bereichen zu ergreifen. Sie treten als Vorbilder für Schülerinnen und Studentinnen auf, nehmen an Vorträgen und Workshops teil und vermitteln dadurch ihren Werdegang und ihre Motivation an den Nachwuchs. "MINT Role Models" ermöglicht auch den Vorbildfrauen, untereinander ein Netzwerk aufzubauen. "Viele Ingenieurinnen nehmen diese Aufgabe sehr gerne an. Allein bei Audi haben sich inzwischen 17 Ingenieurinnen gemeldet, die zukünftig verstärkt in der Öffentlichkeit als Vorbild auftreten werden", sagt Dick. Finanziert wird "MINT Role Models" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).



Quelle : http://www.vdi.de/



 
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